Was uns antreibt
Die in Genf lebende deutsche Künstlerin Uta Richter arbeitet seit Mitte der 90er Jahre
zu Themen, die sich mit den Antriebskräften der menschlichen Natur beschäftigen.
Immer wieder finden sich mythologische Anspielungen und expressive Frauenfiguren
im Werk der Künstlerin. Uta Richter versucht, das Wesen der
Mechanismen des menschlichen Daseins zu verstehen: Was verhilft zum Sieg? Wie konstitutuiert
sich Schwäche?
Die fünf Tryptychen Du sollst nie wieder (2007), Sieg (2007),
Es gibt Menschen, die gar keine sind (2007), Paradiesvögel (2007) und Only (2007) geben den Blick frei
auf eine allegorisch verschlüsselte, gepflegt feindseelige Welt.
In Sieg springt ein junges Mädchen auf einem Trampolin.
Ihr Körper wird den Gesetzen der Natur folgen müssen, denn das
Netz, auf dem sie springt, hängt frei in der Luft und wird sie nicht halten können.
Der immer scheinbar greifbare Sieg über die Fatalitäten blendet den, der die
Dinge mit Gewalt bewirken will: Ein Goldblatt aus dem Lorbeerkranz des Cesars bedeckt
dessen linkes Auge. Cesar ist geblendet und gleichzeitig dringt das Licht
vor bis in die Lebensräume der menschlichen Fledermäuse. (Es gibt Menschen,
die gar keine sind).
Inspiriert durch die Mythologie, wird im Werk von Uta Richter der Anthropomorphismus
zum lebendigen Ausleuchtmittel der menschlichen Natur.
Vogelfrauen überfliegen in Only den Ettersberg bei Weimar.
In Du sollst nie wieder fordern eine Braut und eine Tänzerin einen Gesang,
den, einmal gesungen, man ihnen nicht mehr nehmen kann. Diese Figuren sind in
all ihrer Beschränktheit Ikonen der Freiheit des Einzelnen.